CDU Kreistagsfraktion Warendorf  
03.08.2026, 11:27 Uhr

Stephan Schulze Westhoff begrüßt LWL-Projektfortführung „Demokratie on demand“
„Überlebenswichtig für unsere Demokratie – Unverständnis über Blockadehaltung der AfD“

Münster / Kreis Warendorf. Der Landschaftsausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hat in seiner jüngsten Sitzung die Fortführung des erfolgreichen Medienkompetenzprojekts „Demokratie on demand. Informationskompetenz in Social Media“ durch das LWL-Medienzentrum für Westfalen für die Jahre 2027 bis 2030 beschlossen. Stephan Schulze Westhoff, Mitglied der CDU-Fraktion im LWL und Vertreter für den Kreis Warendorf in der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe (Westfalenparlament), begrüßt diese wegweisende Entscheidung ausdrücklich. Er zeigt sich jedoch zutiefst befremdet über das Abstimmungsverhalten im Ausschuss, wo die Fraktion der AfD geschlossen gegen die Vorlage stimmte.

„In der heutigen Zeit sind gezielte Förderungen für Jugendliche und die Stärkung ihrer Medien- und Informationskompetenz von überragender Bedeutung“, betont Schulze Westhoff. „Wir erleben eine Zeit, in der soziale Netzwerke massiv zur politischen Manipulation genutzt werden. KI-generierte Deepfakes, gezielte Desinformation und extremistische Narrative bedrohen das Vertrauen in unsere demokratischen Grundwerte. Wer Jugendliche hier schutzlos zurücklässt, gefährdet die Stabilität unserer Gesellschaft.“

Wie real und verheerend die Folgen digitaler und ideologischer Radikalisierung bei jungen Menschen sein können, führt der LWL-Abgeordnete mit Blick auf aktuelle Geschehnisse vor Augen: „Was verblendete junge Menschen anrichten können, haben wir ja gerade unlängst beim CSD in Berlin auf tragische Weise erlebt. Diese schreckliche Tat führte zum Tod eines Menschen und hinterließ rund 30 Verletzte. Solche Ausbrüche von Hass und Gewalt fallen nicht vom Himmel – sie werden oft in digitalen Echokammern und Filterblasen vorbereitet. Genau hier müssen wir mit starker Präventionsarbeit ansetzen.“

Das Projekt „Demokratie on demand“ setzt seit 2024 genau an dieser Schnittstelle an. Durch ein nachhaltiges Train-the-Trainer-Modell qualifiziert das LWL-Medienzentrum pädagogische Fach- und Lehrkräfte über die kommunalen Medienzentren direkt vor Ort. In Modulen zu Themen wie Fake News, Hate Speech, Algorithmen und extremistischen Narrativen lernen Jugendliche, digitale Informationsräume kritisch zu reflektieren. Aktuelle Erhebungen wie die JIM-Studie zeigen, dass über die Hälfte der Jugendlichen manipulierten KI-Inhalten vertraut. Die Verlängerung bis 2030 ist daher eine direkte und notwendige Antwort auf diese neuen technologischen Herausforderungen.

Umso unverständlicher ist für Schulze Westhoff das Abstimmungsergebnis im Landschaftsausschuss: „Es macht mich fassungslos, dass nicht alle Fraktionen die Dringlichkeit dieser Vorlage erkannt haben. Dass die AfD gegen dieses wichtige Instrument zur Demokratiebildung und Extremismusprävention stimmt, setzt ein fatales Signal. Wer sich der Förderung von Medienkompetenz verweigert, nimmt die unreflektierte Radikalisierung junger Menschen billigend in Kauf. Das ist verantwortungslos gegenüber unserer Jugend und unserer Demokratie.“

Für den Kreis Warendorf bedeutet der Beschluss – vorbehaltlich der Förderung durch die LWL-Kulturstiftung – eine langfristige Sicherung der bewährten Strukturen. Die Schulen und Jugendeinrichtungen im Kreisgebiet werden auch in den kommenden Jahren direkt von den modernen, praxisnahen Lernmaterialien und Schulungen profitieren können.